Home » Featured, Meinungen

Workshop: Microsoft Azure im Kurztest

11 Dezember 2009 One Comment

WindowsazureNicht immer nur palavern, machen. Frei nach diesem Motto habe ich heute die Gunst der Stunde genutzt und am Mircrosoft Azure Workshop an der Uni Bonn teilgenommen.

Man schien etwas verwundert über die Anmeldung vom Jura Studenten, war aber so nett mich mitmachen zu lassen. Los ging es erstmal mit einer Einführung in Visual Studio und C#. Visual Studio, dass muss ich gestehen ist wirklich sehr schön integriert. Für die Entwicklung mit Microsoft Lösungen sicher eine gute Wahl. C# schien mir in den paar Stunden die ich heute damit gearbeitet habe auch relativ brauchbar zu sein. Die Syntax ist ähnlich der von Java, was mir persönlich nicht gefällt, aber das ist nunmal Geschmackssache. Der kurze Einblick den ich hatte erlaubt natürlich kein endgültiges Urteil. Es kann also gut sein, dass ich hier völlig daneben liege und C# und Visual Studio hassen würde, müsste ich länger damit arbeiten. Sei es drum, ich werde es wahrscheinlich nie erfahren, weil ich wohl niemals länger damit arbeiten werde.

Jetzt aber zu Azure. Die Microsoft Cloud Computing Plattform war ja der Hauptgrund warum ich am Workshop teilgenommen habe. Was mir bereits während der Einführung des Referenten übel aufgestossen ist: Microsoft lebt immernoch in seiner eigenen Welt. Von Authentifizierung bis Datenbank überall kocht man irgendwie sein eigenes Süppchen. Aber nun gut, dafür ist das ganze im Zweifel aber auch schön in die IDE integriert und man muss sich nicht lange informieren, was man denn jetzt am besten verwendet. Mit allen Vor- und Nachteilen die das so mit sich bringt.

Innerhalb von Visual Studio kann man dann auch direkt ein Projekt anlegen, was alle Vorraussetzungen für einen Betrieb in der Azure Cloud direkt mitbringt. Verzeichnisstrukturen, Konfigurationsdateien etc. Um alles kümmert sich Visual Studio.

Mittels Rechtsklick auf das Projekt und Publish soll man das Ganze dann auch in die Cloud schieben können. Aber weit gefehlt. Anstelle einer Authentifizerungsabfrage oder ähnlichem wirft Visual Studio zwei Dateien in ein Verzeichnis auf der lokalen Festplatte, startet den Internet Explorer (war der Standardbrowser in der bereitgestellten Windows 7 VM) und öffnet zusätzlich das Verzeichnis mit den Dateien im Windows Explorer. Dann muss man sich über verschiedene Webseiten klicken und über ein HTML Formular per Durchsuchen die zwei Dateien auswählen und hochladen. Die eine Datei beinhaltet dabei das Projekt und die zweite scheint eine Konfigurationsdatei zu sein.

Über diesen Umstand war ich doch sehr erstaunt. Ob das jetzt der einzige Weg ist, ob es vielleicht daran lag, dass in den VMs “nur” Visual Studio Web Developer Edition lief oder ob der Referent uns den “falschen” Weg gezeigt hat weiss ich nicht. Aber wenn es wirklich der einzige Weg ist ein Projekt aus der hauseigenen IDE in die hauseigene Cloud zu laden, ist das bestenfalls lächerlich.

Weiter gab es keine Versionsverwaltung. Es gab die Möglichkeit zwei verschiedene Versionen über das Webinterface hochzuladen und als “Production” und “Staging” zu deployen. Aber um eine neue Version zu deployen musste man erneut die Dateien über das Webinterface hochladen und dann über das Webinterface deployen.

Sowohl das Webinterface als auch Azure selber haben sich dabei nicht gerade von der performantesten Seite gezeigt. Das deployen eines Projekts oder neuer Versionen hat für meine Verhältnisse ziemlich lange gedauert. Es kam immer die Meldung, es würde für 90% der Projekte nur 79 Sekunden dauern. Aber gefühlt war das ziemlich langsam, bzw. viel langsamer. An meinem Projekt kann es eigentlich nicht gelegen haben. Das übliche “Hello World!” war jetzt nicht gerade ein Quelltextmonster.

Alles in allem bietet Azure was man grundsätzlich erwarten darf. Eine Cloud speziell für die verschiedenen Microsoft Technologien. Alles hat für mich als Open Source Jünger eigenartige Namen und hinterlässt das Gefühl bei Microsoft würde man bestraft wenn man für ein Produkt bestehende Technologien nutzt anstelle das Rad jedesmal neu zu erfinden. Das ist aber jetzt als subjektive Kritik meinerseits zu verstehen. Man mag diese Ansicht teilen oder nicht.

Technisch war mein Einblick durch die kürze des Workshops und die relativ lange Zeit die auf die Einführung in Visual Studio, .NET und C# eingeplant war, relativ dürftig. Dementsprechend werde ich auch kein endgültiges Urteil fällen. Der Referent hat allerdings von sich aus eingeräumt, dass bei Azure noch nicht alles Rund läuft. Insbesondere hatte er sich wohl lange mit dem “Service Bus” beschäftigt und sein Urteil war da, es sei schade, dass nur 9 von 10 Nachrichten ankommen. Alles in allem war er aber zuversichtlich man würde das noch in den Griff bekommen. Ausserdem hat er für die Zukunft bessere Integration in Visual Studio angekündigt. Dies sei wohl bei Microsoft immer so, dass die Integration mit kommenden Visual Studio Versionen immer besser werde. Kann ich jetzt nicht beurteilen, gebe ich einfach mal so weiter.

Vielleicht “repariert” Microsoft ja dann auch den Deploymentprozess…

Wie seht ihr das ganze, liege ich mit meinem ersten Eindruck völlig daneben? Was sind eure Erfahrungen mit Microsoft Azure.

Werbung

One Comment »

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.