Wilde Behauptung: Cloud Computing ist kein Geschäftsmodell
Dass jedenfalls verkündet die Bildunterschrift des netten Schönwetterwolkenbildchens und auch der Titel “Kommentar: Plädoyer gegen das Cloud Computing” lässt klar erkennen wohin die Reise wohl gehen wird.
Um eines gleich vorweg zu nehmen, der gesamte Kommentar geizt keineswegs mit großmundigen Behauptungen wie “Compliance verlangt absolute Sicherheit in diesen Belangen. Und das ist in einer Cloud per Definition nicht möglich.” oder “Cloud Computing fehlt die absolute Sicherheit, die Prüfer und Gesetze verlangen und deshalb wird diese Technologie auch kein Überflieger werden.” aber keine dieser vernichtend klingenden Behauptungen wird irgendwie mit Argumenten belegt.
Der Autor berichtet von seinen Erfahrungen mit der Zertifizierung eines Payment-Card-Industry-Data-Security-Standard-Audit. Dieses sei sehr Anspruchsvoll und unterläge genauen Vorgaben bezüglich der gesamten Infrastruktur. Das will ich hier auch garnicht anzweifeln, aber warum es nicht möglich sein soll, die Infrastruktur für eine Cloud Computing Plattform nach derart strengen Regeln aufzubauen bleibt der Autor schuldig.
Statt dessen widmet er sich weiter der Aufstellung wildester Behauptungen ohne Belege und sieht dann Cloud Computing als gescheitert an, weil eine Suche nach “cloud computing success stories” lediglich Pressemitteilungen aber keine Anwenderberichte findet. Na dann…
Ich behaupte keinesfalls, dass ich für alle Probleme die sich im Bezug auf Cloud Computing stellen werden eine definitive Antwort habe. Aber genausowenig kann irgendjemand anderes behaupten diese Probleme wären unlösbar.
Vor dem Hintergrund, dass der Autor Chuck Goolsbee Manager bei dem Colocation Provider digital.forest ist, steht der gesamte Kommentar auch im passenden Licht. Der Hostingbranche steht wahrscheinlich die größte Umstellung seit Erfindung des Internet bevor und solche Kommentare legen die Vermutung nahe, als Versuche man sich um jeden Preis am Altbewährten festzuklammern. Augen zu und durch.
Ähnlich wie Microsofts Steve Balmer früher Open Source und Linux im speziellen zuerst ignoriert, dann belächelt und verspottet hat und mitlerweile einsehen musste, dass Open Source sich mit guten Argumenten bei Anwendern durchgesetzt hat werden in einigen Jahren auch die Hostingfirmen eines besseren belehrt worden sein. Warum aber den gleichen Fehler machen?
Natürlich habe ich nicht unerheblich verallgemeinert, als ich Hostingbranche schrieb. Es geht hier natürlich erstmal um eine vereinzelte Meinung. Aber so sehr ich auch das Gegenteil hoffe, wird sie wohl doch weiter verbreitet sein. Nichtsdestotrotz gibt es ja auch durchaus namhafte Unternehmen aus der Hostingbranche die mit eigenen Ablegern und Produkten innovative Cloud Computing Plattformen etablieren wollen. Und auch wenn die Angebote noch nicht perfekt sein mögen, zumindest zeigen sie, dass es prinzipiell möglich ist.
Der große Hype um das Thema Cloud Computing wird definitiv abflachen und man wird sehen, dass Cloud Computing nicht unbedingt die Antwort auf jede Frage ist. (F: Wieviel Uhr ist es? A: Cloud Computing. Funktioniert z.B. nicht.) Aber zum jetzigen Zeitpunkt zu behaupten Cloud Computing kann als Geschäftsmodell nicht funktionieren erscheint mir, freundliche ausgedrückt, sehr gewagt.









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