@Ibo und @Cappellmeister haben vor ein paar Tagen mit Ihrem Gemeinschaftsprojekt Tagesthema.de für einige Furore gesorgt. Hauptgrund dafür scheint allerdings weniger die Applilation an sich, sondern vielmehr der Artikel in Ibos Blog, in dem er erklärt wie Tagesthema.de in 3 Tagen entstand. Komplett von der Idee bis zum fertigen Produkt. Womit ich jetzt, am Rande bemerkt, keinesfalls eine bewertende Aussage über den entwickelten Service treffen möchte.
Wie der Titel meines Beitrags unschwer vermuten lässt, interessiert mich primär ein Aspekt. Nämlich, dass für die Entwicklung und das Hosting von Tagesthema.de Google App Engine genutzt wird. Googles hauseigene Platform as a Service Lösung erlaubt inklusive Versionskontrolle und Rechteverwaltung sich direkt in die Entwicklung zu stürzen. Kein Aufsetzen von lästiger Infrastruktur, keine Abhängigkeiten, keine Versionsinkompatiblitäten.
Mit der richtigen Plattform kann man sich 100% auf das eigene Produkt konzentrieren.
Laut Gartner und/oder IDC (der Artikel scheint in diesem Punkt etwas widersprüchlich) hat eine Untersuchung der von zehn Unternehmen aus den USA, Europa und Asien auf der Force.com Plattform entwickelten Geschäftsanwendungen vier primäre Vorteile aufgezeigt.
- Kürzere Entwicklungszeit: Die Entwicklungszeit für die Geschäftsanwendungen verkürzte sich im Durschnitt um 76 bis 85 Prozent.
- Niedrigere Kosten: Die untersuchten Unternehmen konnten die TCO über einen drei Jahres Zeitraum um 54 Prozent senken und damit etwa 560.000 US Dollar pro Applikation einsparen.
- Höhere Qualität: Die Untersuchung ergab weiter, dass sich die Ausfallzeiten um 97 Prozent verringert haben und der Supportbedarf signifikant gesunken ist.
- Höhere Effizienz: Durch diese drei Vorteile verbesserte sich die Effizienz des gesamten Unternehmens. Im Durchschnitt führte dies zu 3,9 Millionen Dollar höherem Umsatz bei den zehn untersuchten Unternehmen.
Ibo äussert sich in seinem Artikel zwar nicht dazu aber auf Sebbi.de dem Blog eines der Entwickler hinter Tagesthema.de gibt es ausführliche Hintergründe zur Umsetzung mit App Engine. Sebbi weisst dort auch darauf hin, dass man den App Engine Lock-in nicht vergessen darf. Alles in allem gibt er der Plattform aber offensichtlich eine gute Note:
App Engine rockt!
Für die Zukunft sehe ich deshalb gerade für den Bereich Webapplikationsentwicklung keine Alternative zu solchen Plattformen. Zwar ist man bei Nutzung einer Plattform immer auf die Vorgaben des Anbieters beschränkt, aber dass muss nicht notwendig schlecht sein. Es wird auch sicher nicht nur einen Anbieter geben, d.h. man hat die Auswahl. Unterschiedliche Anbieter werden auch unterschiedliche Schwerpunkte setzen und so könnten sich verschiedene Plattformen auch für verschiedene Einsatzzwecke besser eignen als andere.
Grundsätzlich sehe ich nur bei ganz speziellen Anforderungen PaaS nicht als Lösung. Für die breite Massse der Webapplikationen trifft dies aber meiner Meinung nach nicht zu.
