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SaaS oder kein SaaS, das ist die Frage

13 März 2010 11 Comments

Die Bezeichnung Software as a Service (SaaS) ist, ähnlich wie der Begriff Cloud Computing selbst, in letzter Zeit zu einem absoluten Marketingbegriff geworden. Jeder Hinz und Kunz meint, dass seine Webseite SaaS ist. Im Team haben wir uns deswegen mal mit dem Thema SaaS auseinandergesetzt. Dabei waren Kern der Diskussion die folgenden beiden Fragen:

  • Ab wann ist eine Anwendung als SaaS zu klassifizieren?  und
  • Wo grenze ich SaaS von normaler Software und normalen Webseiten ab?

Manchmal ist es nicht direkt ersichtlich, welche Anwendung wirklich SaaS ist und welche nicht. Zweifellos kann man Gmail als SaaS bezeichnen. Aber sind Twitter und Spiegel Online auch SaaS Anwendungen? Immerhin liefern sie eine Informationsdienstleistung und bestehen aus Code…

Wir wollen hier mal ein paar Punkte darlegen, nach welchen wir SaaS abgrenzen. Wichtig ist zu beachten, dass man sowohl gegenüber normaler Desktop Software als auch gegenüber sonstigen Webseiten abgrenzen kann.

1. Die Software muss web-basiert laufen können

Eins der eindeutigsten und unbestritensten Merkmale von SaaS ist, dass die Software nicht mehr auf dem Heimrechner installiert werden muss. Das bedeutet, dass sie unabhängig von Browser und Betriebssystem laufen muss und über das Internet von überall erreichbar sein sollte. Addons oder Tools die installiert werden können, um die Nutzung zu erleichtern, dürfen durchaus vorhanden sein (z.B. Gmail + Gmail Notifier)

2. Der Softwareanteil der Anwendung muss überwiegen

Um “normale” Webseiten von SaaS Lösungen zu unterscheiden, muss man vor allem beachten, worauf der Schwerpunkt der Webanwendung liegt. Ist der Inhalt der Schwerpunkt (wie bei Twitter.com), tendiert es zu nicht-SaaS. Ist jedoch die Software der Schwerpunkt (wie bei CoTweet durch nützliche Sonderfunktionen) ist die Software eher als SaaS zu klassifizieren. Hierzu kann man sich vortrefflich streiten. Die Grundfrage sollte jedoch immer sein “Nutze ich es wegen dem Inhalt oder den Funktionen der Software?”

3. Mieten und Abrechnung nach dem tatsächlichen Verbrauch anstatt Kauf

SaaS Software sollte mietfähig und nach dem tatsächlichen Verbrauch abrechenbar sein. Der Service-Grundgedanke ist hier der Kern der Diskussion. Anschaffungskosten sollten vermieden werden.

4. Skalierbarkeit und on-demand Erweiterbarkeit

Eine gute SaaS Anwendung sollte skalierbar sein. Dies verbindet die Punkte 1 und 3. Da sich Unternehmen nicht mehr selbst um die Infrastruktur und den Kauf der Software kümmern müssen sollte der Anbieter eine stufenlose Skalierbarkeit ermöglichen, um jedem Unternehmen die benötigte Flexibilität einzuräumen.

5. Datenspeicherung, Datensicherheit und Online-collaboration

SaaS Anbieter sollten dafür Sorgen, dass deren Nutzer sich nicht selbst um die Datensicherung der Anwendungen kümmern müssen. Diese sollten vom SaaS Anbieter sicher und redundant gespeichert werden. Damit einhergehend sollte die Software optimalerweise auch regeln, dass Mitarbeiter gemeinsam an Dateien arbeiten können – am Besten sogar in Realtime und an einem Dokument (z.B. Google Docs).

Bildnachweiss: cc by sa paul_houle

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11 Comments »

  • Markus said:

    Super Artikel. Der Ansatz gefällt mir, oft ist es wirklich nicht leicht zu unterscheiden.

  • Thomas Ruland (author) said:

    Danke! Wir hatte im Team auch eine sehr nette und lange Diskussion dazu, was letztendlich zu dem Artikel geführt hat.

  • Matthias Link said:

    Danke vielmals für den Artikel.
    Genau zum richtigen Zeitpunkt brauche ich noch eine Quelle über Kriterien zur Klassifizierung einer SaaS Anwendung in meiner Bachelorarbeit.

  • Mathias said:

    Hi,
    sehr guter Artikel! Für die Gruppenarbeit kann ich euch noch thinkfree online als alternative zu Google Docs empfehlen.
    Gruss

  • Thomas Ruland (author) said:

    Danke Mathias, schau ich mir mal an. Frohe Ostern!

  • Heiko Webers said:

    Genau das haben wir uns bei Webwarelist auch gefragt und wollen in unserer Liste nur “echte” SaaS aufnehmen.

  • Ralf said:

    Schöner Artikel, hätte vom Ansatz her jedoch auch noch ein wenig kritischer beleuchtet werden können. Danke!

  • Tom said:

    Stimme Ralf zu, ein wenig zu allgemein und oberflächlich. Da müsste man erst noch harte Fakten schaffen damit dies als Entscheidungshilfe durchgehen könnte.
    Mit in die Liste könnten dann auch noch Punkte wie z.B. Releases. Während herkömmliche inhalte-orientierte Seiten tagesaktuelle – inhaltebezogene Änderungen durchführen und der Release-Stand der Software (des CMS) gleich bleibt, bezieht man bei SaaS eine Software mit einem Release-Stand der vom Unternehmen gepflegt wird.

    Ein weiteres Unterscheidungskriterium könnte dann auch noch sein, dass inhaltebezogene Webseiten normalerweise Interesse daran haben, dass die durch den User generierten Inhalte veröffentlicht werden ist es bei SaaS meist von Interesse des Users, dass die Veröffentlichung der Daten rein für ihm intern stattfindet.

    Defacto gibt es da bei kurzem Überlegen noch sehr viel mehr inhalte- , organisations- und rechtsbezogene Unterscheidungsmerkmale als die kurz genannten allgemeinen Sätze.

    Aber den Ansatz finde ich gut, pls. keep on!

    Tom Peruzzi

  • Philipp Strube said:

    Die Unterscheidung ist ganz simpel. Geht es primär um die Software selbst ist es SaaS. Geht es um hingegen primär um die Inhalte ist es kein SaaS. So einfach ist das.

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