Oracle schluckt SUN für 7,4 Milliarden US-Dollar. Beeindruckende Zahl. Nachdem SUN vor knapp einem Monat das Angebot von IBM in Höhe von 7 Milliarden US-Dollar abgelehnt hat.
Für Oracle ist dies ein großer Schritt. So erkauft man sich dadurch die fehlende Technologie um vom reinen Softwareanbieter zum Anbieter kompletter Unternehmenslösungen inklusive Hard- und Software zu werden. SUN hat dabei sowohl in den Bereichen Hardware, Betriebssystem als auch Anwendungssoftware interessante Produkte. So z.B. auf Betriebssystemebene mit Solaris, aber auch in Sachen Linux KnowHow.
Was aber wird aus MySQL?
Mit der Übernahme von SUN schluckt Oracle nämlich ganz nebenbei auch MySQL, dass vor einiger Zeit von SUN übernommen wurde.
Oracle ist nicht gerade als großer Verfechter des Open Source Konzepts bekannt und ausgerechnet MySQL nagt mit seiner stetig wachsenden Beliebtheit an Oracles Kerngeschäft. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man bei Oracle die MySQL-Weiterentwicklung einfach so einstellen wird. Dafür setzen wohl zu viele große Unternehmen MySQL produktiv ein, als dass sich Oracle dies erlauben könnte.
Ob MySQL aber weiterhin Open Source und kostenlos nutzbar bleiben wird? Bereits nach der Übernahme durch SUN kamen schonmal Gerüchte auf, MySQL würde nur noch eingeschränkt kostenlos nutzbar bleiben und bestimmte Features würden auch nicht quelloffen entwickelt werden. SUN als Open Source Vorzeigekonzern hat diesen Gerüchte aber ganz schnell eine Absage erteilt.
Auch mit der Open Cloud Initiative hat SUN den eigenen Prinzipien treu diese Offenheit auf die eigene Cloud Strategie übertragen. Mit Q-Layer hatte man hierzu auch vor kurzem eine wichtige Aquisition getätigt. Auch die SUN Cloud Strategie schluckt Oracle natürlich mit der Übernahme.
Wie es jetzt weiter geht wird die Zukunft zeigen. Man sollte die Entwicklung aber unbedingt im Auge behalten, wenn man bisher gute Gründe hatte auf MySQL statt Oracle zu setzen.
Insbesondere bleibt abzuwarten wie viele der MySQL-Entwickler das Team verlassen werden.
