Alles was man über Microsoft Azure wissen muss

WindowsazureLetzte Woche hat Microsoft die Preise für Azure bekannt gegeben. Azure ist Microsofts Antwort auf den Cloud Trend. Mit dem bekanntgeben der Preise erhofft man sich wohl die Bereitschaft der Entwickler zu steigern, Anwendungen für die zur Zeit noch im Teststadium befindliche Plattform zu entwickeln. Es ist schliesslich völlig verständlich, dass Entwickler lieber erstmal abwarten was der “Spaß” später kosten wird, bevor sie auf Azure setzen.

Im folgenden gibts alles was man über Azure wissen muss in der Zusammenfassung plus Links zum nachlesen.

Azure Preise und Verfügbarkeit

  • Rechenzeit: $ 0,12 pro Stunde und damit ein wenig günstiger als Amazons Windows Instanzen.
  • Speicherplatz: $ 0,15 pro GB pro Monat plus $ 0,01 pro 10.000 Zugriffe (Bewegungen innerhalb der gespeicherten Daten).
  • .NET Services: $ 0,15 pro 100.000 Aufrufe. Womit wohl das Ausführen von .NET Code oder das ausführen von Tools gemeint ist.
  • Traffic: Eingehend $ 0,10 pro GB und ausgehend $ 0,15 pro GB.
  • SQL: 1 GB $ 9,99 und 10 GB $ 99,99 jeweils pro Monat.

Microsoft garantiert per Service Level Agreement (SLA) 99,9 % Verfügbarkeit für den Datenspeicher und 99,95 % im Bezug auf die Rechenkapazitäten.

Azure im Vergleich zu anderen Anbietern

Bilder statt Worte. Hier erstmal ein Video.

Verglichen mit anderen Anbietern scheint Azure durchaus ebenbürtig. Insbesondere fällt auf, dass Microsoft neben (selbstverständlich) den eigenen Produkten .NET, MS SQL usw. auch Java, Ruby on Rails, Python und andere Sprachen unterstützen wird. PHP wird sicher auch dabei sein. Azure ist dabei in die Riege der Platform as a service Angebote einzuordnen und damit vergleichbar mit Google App Engine oder Salesforce. Wobei Google und insbesondere Salesforce beide einen relativ starken Fokus auf Erweiterungen der eigenen Software as a service Angebote haben. Microsoft ist hier nicht festgelegt. Vielleicht auch, weil Microsoft in Sachen Saas noch etwas hinterherhinkt?

Von Amazon EC2 unterscheidet sich Azure dementsprechend sehr stark, dadurch dass keinerlei Administration der zu Grunde liegenden Hardware und des zu Grunde liegenden Softwarestacks (Betriebssystem plus sonstige Software) notwendig ist. Auch soll es nicht notwendig sein die Höhe der Ressourcen (CPU, RAM usw.)  zu bestimmen, wobei Microsoft in Zukunft wohl plant den Entwicklern Zugriff auf die virtuellen Maschienen zu geben. So jedenfalls Doug Hauger, Windows Azure GM.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem Rackspace Cloud Servers Angebot. Wobei Rackspace mit Cloud Sites auch eine Hostinglösung im Angebot hat die ebenfalls vollständig von der zu Grunde liegenden Hardware abstrahiert.

Bedeutung für Microsoft als Unternehmen

Was Azure für Microsofts zukünftige Umsätze bedeutet lässt sich natürlich nur vermuten. Aber Microsoft wird wohl die Chance erkannt haben. Zwar sind mit dem Betrieb der Infrastruktur zusätzliche, höhere Kosten verbunden. Jedoch bietet sich dadurch auch die Chance zusätzliche Umsätze zu erzielen die vorher an verschiedene Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen zur individuellen Anpassung der Microsoft Produkte gingen. Trotzdem hat Microsoft bereits mehrmals davor gewarnt, dass Cloud Angebote wie Azure nicht die gleichen Margen wie das Software Lizenzgeschäft bieten.

Andere Meinungen zu Microsoft Azure

Grundsätzlich scheint Azure positiv aufgenommen zu werden. Jedenfalls finde ich in der deutschsprachigen Blogosphäre keinen Verriss. Die meisten Google Blog Suchergebnisse weisen ohnehin fast nur zu großen Nachrichtenseiten die eigentlich alle nur spröde die Pressemeldung weiterverbreiten. In den deutschen Blogs ist das Thema Cloud Computing auf technischer Ebene noch nicht wirklich angekommen, oder bin ich nur zu blöd zum suchen? Über Tipps in den Kommentaren freue ich mich natürlich.

DataCenterKnowledge hat eine gute Zusammenfassung der verschiedenen Meinungen zu Azure in der englischsprachingen Presse.

Fazit

Mit Azure hat Microsoft meiner Meinung nach ein durchaus konkurrenzfähige Cloud Lösung im Angebot. Durch die Öffnung hin zu anderen Plattformen auch aus der Open Source Welt (Java, PHP, Python usw.) könnte Azure auch für Entwickler interessant werden die dem bisherigen alles muss von Microsoft sein Konzept nichts abgewinnen konnten. Trotzdem bleibt natürlich nicht zu vergessen, dass Microsoft in der Vergangenheit immer jederzeit bereit war das eigene Monopol rücksichtslos auszunutzen und auch aktiv darauf hin gearbeitet hat dieses zu erhalten und auf andere Sektoren auszuweiten. Vom Standpunkt des Unternehmens natürlich völlig verständlich, aber man sollte als Kunde (Entwickler) immer ein Interesse an Alternativen haben.

Nun kann in Sachen Cloud Computing von einem Monopol keine Rede sein. Es sind verschiedenste Anbieter aktiv und mit Google, Amazon, SUN (jetzt Oracle), Salesforce und Rackspace um nur einige zu nennen sind bereits verschiedenste Ansätze verfügbar oder zumindest kurz davor. Alternativen sind also da. Jetzt darf sich jeder die für ihn beste Lösung aussuchen.

About Philipp Strube

Philipp Strube ist Gründer und Geschäftsführer von cloudControl. cloudControl entwickelt eine hochverfügbare und skalierbare Cloud Hosting Lösung für moderne Webapplikationen.
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2 Responses to Alles was man über Microsoft Azure wissen muss

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