Ma.gnolia ist ein Dienst zum speichern von Bookmarks der zur Zeit durch eintreten des Worst-case-szenario von sich reden macht. Anstelle der gewohnten Startseite begrüßt Besucher der Seite jetzt die Meldung, dass Ma.gnolia nicht zur Verfügung steht, dass Daten verloren gegangen sind und das die Optionen die Daten wiederherzustellen evaluiert werden. Dies, so der Betreiber, wird Tage dauern.
Ich höre schon wieder überall die Panikmeldungen die diesen Vorfall als Beispiel nehmen werden um Cloud Computing für gescheitert zu erklären. (z.B. hier) Aber das ist natürlich absoluter Unfug.
Die Tatsache, dass ein einzelner Dienst versagt und die Daten seiner Kunden verliert hat keinerlei Relevanz für die Bewertung von Cloud Computing. Grundsätzlich bietet die Auslagerung der eigenen Daten in die Cloud erhebliche Vorteile. Es bleibt nur weiterhin in der Verantwortung jedes einzelnen sich dafür den richtigen Partner auszusuchen. Es erklärt ja auch niemanden das Konzept Festplattenspeicher für gescheirter nur weil täglich wahrscheinlich tausendfach Festplatten kaputt gehen und mangels unzureichender oder fehlerhafter Backups dabei Daten verloren gehen.
Wichtig ist, dass die Anbieter von Cloud Computing Diensten klare SLAs bezüglich Dienstverfügbarkeit, Backups und Reaktionszeiten geben und trotzdem die Möglichkeit eröffnen Backups der Daten in der Cloud zu ziehen und lokal zu sichern. Das Problem ist nicht Cloud Computing, sondern das Bestreben der Betreiber die einmal gesammelten Daten nicht über klar definierte Schnittstellen wieder verfügbar zu machen so dass ich mit meinen Daten machen kann was ich will. Hier liegt das Problem.
Vorfälle wie der Ausfall bei Ma.gnolia sind deshalb eigentlich gut. Denn sie werden mit der Zeit dafür Sorgen, dass die Kunden für die Qualität der genutzen Angebote sensibilisiert werden.

