Keine Cloud ohne API, keine gute Cloud ohne gute API

Ob API nicht gleich API, aber immernoch besser als keine API ist? Diese Frage stellt sich sicher der ein oder andere, der zur Zeit die Vorzüge der Cloud nutzen möchte und je nach Bedarf automatisiert Serverinstanzen starten und beenden möchte. Denn ohne eine API verkommt “Je nach Bedarf” lediglich zu einem leeren Versprechen.

Aber wie so oft fangen die Probleme damit erst an, denn wenn ein Anbieter eine API hat, kann es immernoch an der Qualität scheitern. Und sollte man aus diesem, oder einem anderen Grund dann den Anbieter wechseln wollen, findet man dort im Zweifel eine ganz andere API vor.

Beide Probleme sind durchaus nicht ganz unabhängig voneinander. Denn es wäre ja grundsätzlich möglich, sich auf einen gemeinsamen und vor allem guten Standard zu einigen. Wahrscheinlich durch die noch junge Entwicklung bedingt, sind wir davon allerdings noch meilenweit entfernt. Als “Zwischenschritt” suchen daher einige ihr Heil in Abstraktionsschichten. Bibliotheken, die die Unterschiede der APIs verschleiern und versuchen eine einheitliche Schnittstelle zu schaffen.

Unter dem Titel Compute Cloud Abstraction APIs … who needs ‘em? ist ein interessanter Artikel mit verschiedenen Meinungen und Gedanken zum Thema erschienen, den ich nur jedem empfehlen kann.

Unter anderem geht es dort darum welche Anforderungen eine API mindestens erfüllen muss, aber auch darum welche Funktionen eine Cloud Computing Infrastruktur überhaupt zur Verfügung stellen sollte. Gut zusammengefasst bzw. teilweise erweitert finden sich diese auch nochmal hier. Und wer zufällig gerade eine API entwickelt, oder dies für die Zukunft plant, sollte sich mal die dazugehörigen größten Fehler bei Cloud APIs aufmerksam durchlesen.

Ich persönlich bin nicht ganz sicher, ob Abstraktionsbibliotheken der richtige oder der falsche Weg sind. Zum einen kann ich mir gut vorstellen, dass die Existenz solcher Bibliotheken dazu führen kann, dass die Anbieter diese als Vorwand benutzen, sich nicht an einen etwaigen Standard halten zu müssen. Zum anderen scheint es mir aber schlichtweg der schnellere Weg zu sein. Standardisierung, insbesonderen in Gremien ist ja durchaus dafür bekannt zeitaufwendig zu sein.

Eine Sache sehe ich dabei aber als Pflicht aller Anbieter. Es ist unerlässlich, dass ein Mindestmaß an Interoperabilität zwischen den Anbietern entsteht. Nur so können Investitionen dritter Unternehmen, die auf Cloud Infrastrukturanbietern aufbauen geschützt werden und durch den Wettbewerb auch ein gesunder Markt entstehen. Hier stehen dann wieder die Nutzer in der Pflicht, diese Interoperabilität auch von den Anbietern einzufordern.

About Philipp Strube

Philipp Strube ist Gründer und Geschäftsführer von cloudControl. cloudControl entwickelt eine hochverfügbare und skalierbare Cloud Hosting Lösung für moderne Webapplikationen.
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