Als ich Anfing hier auf Serverwolken.de über Cloud Computing zu bloggen sah es mehr als Mager aus in deutschen Landen. Mitlerweile werden es immer mehr Anbieter die eigene Angebote auf den Markt bringen. Insbesondere die traditionellen Hoster versuchen sich mal mehr, mal weniger erfolgreich an Infrastrucutre as a Service Angeboten.
Mit JiffyBox hat domainFACTORY, eines der Schwergewichte im deutschen Hostingmarkt, sich ebenfalls dem Thema angenommen und verdient bereits vorweg ein großes Lob. JiffyBox erfüllt alle Anforderungen eines echten IaaS-Angebots.
- Freie Wahl der OS-Images inklusive der Möglichkeit eigene Images zu verwenden
- Freie Wahl zwischen 2.6.26er oder 2.6.18er Kernel und sogar die Möglichkeit eigene Kernel zu verwenden
- Steuerung per API (Webinterface ebenfalls möglich)
- Komplett nutzungsbasierte Abrechnung
- Keine Mindestvertragslaufzeiten
Was will man mehr?
Da für uns die API und die Möglichkeit eigene Images und Kernel zu nutzen besonders wichtig ist, habe ich mir die API mal etwas genauer angesehen (PDF). Bei der JiffyBox handelt es sich laut der guten Dokumentation um eine RESTFul-API die per JSON kommuniziert. Sieht schonmal sehr gut aus.
Doch gleich auf einer der ersten Seite lese ich folgendes:
https://api.jiffybox.de/<API-Token>/v1.0/<modul>[/<bereich>][/<bereich N>]
Eines der Grundprinzipien, wenn nicht sogar das Grundprinzip von REST ist es für mich, dass jede Ressource über eine eigene URL angesprochen wird. Wenn jetzt allerdings wie hier, als Teil der URL ein API-Token übergeben wird, dann haben die Ressourcen keine eindeutigen URLs, denn diese ändert sich ja mit jedem Login. Das ganze ist jetzt zwar kein Beinbruch und sicher gibts es genug Entwickler in der weiten Welt des Internets, die das ganz anders sehen als ich. Aber es gibt meiner Meinung nach bessere Methoden um Authentifizierungstokens zu übertragen. Z.B. im Header.
Positiv anzumerken ist aber definitiv, dass die API sehr sauber auf die Verwendung der Verben achtet und eine eindeutige Versionierung bietet. Etwas, dass wir bei unserer API bisher noch nicht umgesetzt haben.
Alles in allem bin ich aber von JiffyBox durchaus begeistert und kann es nur begrüßen, dass es damit eine brauchbare alternative zu EC2 aus deutschen Landen gibt. Einzig bei den Instanzengrößen könnte man noch etwas nach oben nachbessern. Aber das kommt sicher mit der Zeit.


Pingback: JiffyBox-Berichte « dF Blog
Guten Morgen,
vielen Dank für Ihren Test von JiffyBox und die Veröffentlichung eines Blogbeitrages darüber. Die Rückmeldungen unserer Kunden und Tester sind uns sehr wichtig, um z.B. zu optimierende Punkte besser erkennen oder direkte Nutzerwünsche umsetzen zu können. Dementsprechend ist auch bereits eine interessante Überarbeitung der JiffyBox-Tarife geplant, welche u.a. auf den ersten gesammelten Erfahrungen beruhen.
Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, um auch Ihnen Feedback zu Ihrem Bericht zu geben. Konkret betrifft dies Ihre Anmerkung zu der bereitgestellten API. Wie Sie richtig bemerkt haben, ist das sicherlich Geschmackssache und es gibt mehrere Lösungsmöglichkeiten, um ans Ziel zu gelangen. Unsere Entwicklungsabteilung hat sich jedoch bewusst dagegen entschieden, die Authentifizierungs-Token in den Header zu übernehmen, damit eine Ansteuerung der API auch selbst mit den “dümmsten” Clients möglich ist.
Wir haben diesbezüglich bisher auch kein nennenswertes negatives Feedback erhalten, sind aber – wie in allen Dingen – auch in diesem Bereich für konstruktive Kritik unverändert offen. Derzeit möchten wir eine Veränderung jedoch nicht vornehmen, da diese nicht nur mit internem Aufwand verbunden wäre, sondern auch einen Anpassungsbedarf bei den bestehenden Kunden zu Folge hätte.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.
Viele Grüße aus Ismaning
Sara Marburg
Geschäftsführende Gesellschafterin
domainfactory GmbH
Hall Frau Marbung,
freue mich sehr über Ihre Rückmeldung. Die Gründe für und gegen Authentifizierungstokens in der URl bieten genug “Sprengstoff” für einen Waschechten “Glaubenskrieg”. Die mögen wir Techies ja bekanntlich so gerne. Soll uns beide hier aber nicht weiter stören. Wie gesagt, es ist Geschmackssache. Aber es würde mich oder andere Entwickler wohl auch nicht davon abhalten die API zu nutzen.
Viele Grüße aus dem cloudControl HQ in Potsdam
Ja, die jiffybox ist echt ein ziemlich gutes Angebot.
Was defintiv auch noch fehlt ist ein Skalieren der Maschinen ohne die Maschine anhalten zu müssen (bzw. Autoscaling).
Etwas leistungsstärkere Maschinen bzw. die derzeitigen Maschinentypen für einen etwas geringeren Preis. IAAS á la jiffybox wird sich nur durchsetzen, wenn es preislich halbwegs mit dedizierten Servern konkurrieren kann.
Die Krönung wäre schlussendlich noch echter Ökostrom und nicht nur Zertifikatankauf wie dies Domainfactory derzeit praktiziert.
Der Kritikpunkt hinsichtlich Preis und Leistung hat sich seit gestern erledigt, echt Spitze die neuen Jiffybox-Angebote
) Super.
Jetzt noch: Autoscaling, echter Ökostrom und 365-Tage im Jahr 24 Stunden-Telefon-Support und es wird ein Must-Have-Angebot.
Es stimmt doch nicht, dass sich das API-Token bei jedem Login ändert? Denn es wird doch einmal im Kundenbereich erzeugt und gilt dann immer für diesen Kunden. Also entweder habe ich da was missverstanden oder mittlerweile hat sich da was verändert.