Eucalyptus ist ein API-kompatibler EC2-Klon, der dazu genutzt werden kann eigene Hardware so flexibel wie Amazon EC2 einzusetzen. Entwickelt wird das ganze von einem Team an der UCSB. Anfangs riet man noch auf der Startseite deutlich davon ab Eucalyptus produktiv einzusetzen. Mitlerweile reift das Produkt aber heran und auch die Webseite wirkt langsam als habe man vor aus Eucalyptus mehr als ein reines Forschungsprojekt zu machen.
Nicht zuletzt die Ankündigung von Canonical die nächste Ubuntu Serverversion würde Eucalyptus mitliefern rechtfertigt, sich das System mal genauer anzusehen. Also, Ubuntu Beta geladen, installiert, läuft. Toll! Es gibt nur ein Problem, Ubuntu verwendet anstelle von XEN nur noch KVM. Zwar bietet Ubunut auch weiterhin Pakete für XEN, aber es fehlt ein Kernel mit XEN Modulen. Zumindest in der Beta. Erstmal nicht weiter schlimm, so kann das bei Ubunut mitgelieferte Eucalyptus auch KVM Maschienen starten. Blöd nur, dass KVM ausschliesslich Hardwarevirtualisierung unterstützt und unser treuer Dual Xeon dafür zu alt ist.
Bevor ich mir jetzt also die Mühe gemacht habe Ubuntu XEN beizubringen, habe ich, da ich Ubuntu sowieso nicht sonderlich mag, mich kurzerhand entschieden Eucalyptus auf CentOS zu installieren. Denn RPM Pakete werden direkt auf der Eucalyptus Seite zum download angeboten.
Hier meine Anmerkungen zur offiziellen Anleitung wie das ganze zu bewerkstelligen ist:
- CentOS installieren und am besten schon während der Installation die Virtualisierungsoption wählen. Alternativ eben nachträglich auswählen.
- Ein paar Dependencies installieren:
- yum install ant java-1.6.0-openjdk java-1.6.0-openjdk-devel
- Java default überprüfen/setzen und JAVA_HOME Umgebungsvariable setzen.
- update-alternatives –auto java
- export JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/java
- Eucalyptus Pakete von der Eucalyptus Seite runterladen und installieren. In meinem Fall bei nur einem Server alle Pakete auf dem selben installieren
- rpm -Uvh euca-axis2c-1.4-1.x86_64.rpm
- rpm -Uvh euca-httpd-1.4-1.x86_64.rpm
- rpm -Uvh euca-libvirt-1.4-1.x86_64.rpm
- rpm -Uvh eucalyptus-1.4-2.x86_64.rpm
- rpm -Uvh –nodeps eucalyptus-cloud-1.4-2.x86_64.rpm
- rpm -Uvh eucalyptus-gl-1.4-2.x86_64.rpm
- rpm -Uvh eucalyptus-cc-1.4-2.x86_64.rpm
- rpm -Uvh eucalyptus-nc-1.4-2.x86_64.rpm
- Zum Schluss muss noch die CentOS Firewall deaktiviert werden (Wenn das Testsystem nur lokal erreichbar ist.) oder die Eucalyptus Ports (8443 und 8773) freigegeben werden.
- Die Eucalyptus Konfiguration an die eigenen Wünsche anpassen: Anleitung hier. Wenn nur ein Server genutzt wird beim ersten euca_conf Aufruf darauf achten, -nc Y zu setzen und nicht wie im Beispiel auf N.
- Eucalyptus neu starten. /etc/init.d/eucalyptus restart
- Interface aufrufen: https://servername:8443
Jetzt sollte man soweit sein, dass die ersten Images hochgeladen und gestartet werden können. Mit einem solchen System wäre es z.B. möglich lokal zu entwickeln und die eigene Infrastruktur dann live auf EC2 zu hosten. Ganz mutige und erfahrene Administratoren könnten so aber sicher auch einen EC2 Konkurrenten in Betrieb nehmen. Wenn man zufällig genug Hardware rumstehen hat…

danke – das klingt echt gut. Leider gibt es in diesem speziellen Gebiet noch viel zu wenig Erfahrungsberichte im Web.
Beste Grüße
Jens