Fazit: WHD 2009 und CloudCamp

Letzte Woche war ich wie angekündigt auf dem Webhostingday 2009 im Phantasialand in Brühl. Im Großen und Ganzen eine gute Veranstaltung. Insbesondere der Veranstaltungsort hatte seinen ganz eigenen Reiz.
Inhaltlich muss ich jedoch sagen bin ich nicht vollends zufrieden.
Webhostingday
Der Webhostingday selbst richtete sich hauptsächlich an Webhoster. Wie nicht anders zu erwarten, war Cloud Computing absolutes Trendthema. An sich auch sinnvoll, zeigte sich doch, dass nur weniger Webhoster das Thema Cloud-Hosting bisher in Angriff genommen haben. Was jetzt kein Geheimnis ist, dass man lediglich dort erfahren hätte. Trotzdem.
Viel erschreckender als dieses Tatsache ist, dass zwar alle Vorträge Cloud Computing im Titel oder zumindest Untertitel hatten, aber nur die wenigsten wirklich etwas damit zu tun hatten. Teilweise bekam man sogar den Eindruck der Vortragende wisse garnicht was Cloud Computing ist. Ganz besonders ist mir dies beim f5 Vortrag aufgefallen. Dort wurde f5 typische teure Hardwareappliances angepriesen. Als Beispiel galt ein Apple-Klon mit ca. 10.000 Mitarbeitern weltweit, deren interne IT-Infrastruktur verbessert werden sollte. Dies wohlgemerkt vor einem Publikum von Webhostinganbietern. Es ist laut f5 übrigens Cloud Computing zwei große Hardwareappliacnes zu kaufen und diese an verschiedenen Standorten auf dem Globus zu verteilen um sie intern zu nutzen. Wo da die flexible Skalierung und die verbrauchsbasierte Abrechnung ist erschliesst sich mir jedoch nicht.
Das Interesse des Publikums am Vortrag schien sich deshalb auch in Grenzen zu halten. Die, die wie ich da waren wirkten eher uninteressiert.
Allerdings gab es auch vereinzelte Ausnahmen. Insbesondere Daas.com hat einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Zumindest in soweit, dass man dort wusste wovon man spricht. Die Empfehlung an die Webhoster, Cloud Computing muss jetzt ins Angebot aufgenommen werden kann ich auch durchaus unterstreichen. Der Ratschlag das Rad nicht neu zu erfinden ist allerdings in Anbetracht der Eigeninteressen mit Vorsicht zu betrachten.
Gleiches gilt dabei auch für Microsoft. Zwar betonte Microsoft, dass man seit jeher darauf fokussiert sei gemeinsam mit seinen Partner erfolgreich zu sein. Allerdings wurde auch offen die Frage gestellt, wie sich dies denn mit Azure vertragen würde. Dieses ist schließlich klares Konkurrenzprodukt zu den Angeboten der Webhoster. Der Einwand, dass Microsoft ein großes Unternehmen sei und die unterschiedlichen Abteilungen eben sogar teilweise miteinander konkurrieren würden hilft den Webhostern dabei auch nicht wirklich. Auch wenn es tröstend klingt.
Klare Worte fand hier insbesondere der Parallels-Vortragende. Zwar sagte er deutlich, dass Microsoft immer ein sehr guter Partner gewesen ist und auch hoffentlich bleiben wird. Aber es gibt auch unzählige Gegenbeispiele und mit Azure im Anmarsch sollte man sich als Webhoster fürs Cloud-Hosting vielleicht einen anderen Partner aussuchen. Wenn es nach ihm ging natürlich Parallels. Besonders beeindruckend waren auch die großen Zahlen mit denen er um sich werfen konnte. Mangels Überprüfung werde ich diese hier aber nicht wiedergeben.
Die Vorträge waren natürlich insgesamt geprägt von den Sponsoren die ihre eigenen Produkte anpreisen wollten. Der ein oder andere hat es dabei aber hinbekommen die Gratwanderung zwischen Information und Werbung etwas besser hinzukriegen.
Neben den Vorträgen gab es im HostingFair genannten Bereich auch noch Aussteller. Hier dominierten die Hardwarehersteller das Bild, insbesondere SUN schien auf jedem der Stände etwas Hardware verteilt zu haben. Gute Idee eigentlich. Aber auch Fujitsu-Siemens und AMD waren mit eigenen Ständen vertreten.
Weiter gab es noch ein paar Controlpanel-Anbieter verschiedener Art und den ein oder anderen Saas-Anbieter.
Auf der positiven Seite ist auf jeden Fall noch die Verköstigung zu nennen. Hier hat man sich keine blöße gegeben.
CloudCamp
Das CloudCamp hingegen lies schon durchsickern, dass sich hier hauptsächlich diejenigen eingefunden hatten die wussten wovon sie reden. Auch wenn ich nicht unbedingt einer Meinung mit dem dort gesagten bin. Aber das ist natürlich ein anderes Thema.
Sehr gut gefallen hat mir der Vortrag von Kristof de Spiegeleer ex-CTO von QLayer und jetzt bei SUN. Laut Linkedin Profil ist er ebenfalls im Board von A-Server, was die Verbindung zwischen Daas.com und der SUN Open Cloud erklärt. Vitamine sind eben wichtig.
Natürlich war der Vortrag hauptsächlich eine Werbeveranstaltung für die kurz zuvor vorgestellt SUN Open Cloud Initiative, aber das ist durchaus verständlich und es war auch eine gesunde Mischung. Davon abgesehen gefällt mir der SUN Ansatz ziemlich gut, aber dazu möchte ich später nochmal ausführlich ein paar Gedanken sammeln.
Als Fazit der gesamten Veranstaltung muss allerdings festgehalten werden, in Deutschland sieht zum Thema Cloud Computing ziemlich dunkel aus. Das Thema steht noch ganz am Anfang und es bedarf noch einiger Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit.
Hoffentlich kann ich mit Serverwolken ein wenig dazu beitragen. Wenn ich Unfug schreibe möge man mir in den Kommentaren widersprechen.
Am Rand der Veranstaltung haben sich aber trotzdem interessante Gespräche ergeben. Insgesamt ist es also durchaus eine Veranstaltung, auf der man mich wieder antreffen könnte. Insbesondere die Cloud Camps werde ich mit Sicherheit öfter besuchen.
Beim Rackblogger und bei Leslie Schnee gibt es noch weitere Stimmen zum Webhostingday 2009. Besonders gut gefällt mir ja, Webhostingday – eine Branche feiert sich selbst. In Anbetracht der offensichtlich sehr guten Wachstumsraten der Branche aber auch durchaus berechtigt.









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