Mit der Verleihung des zehnten Internet Awards im Jahre 2010 hat der eco die eleven GmbH im Bereich Cloud Computing ausgezeichnet.
eleven bietet unter dem Namen eXpurgate eine E-Mail Filterlösung an. Die Software arbeitet im Unterschied zu vielen vergleichbaren Lösungen anderer Anbieter weniger mit einer Inhalteanalyse oder mittels Abgleich mit zentralen Blacklists sondern anaylsiert die Häufigkeit einzelner Emails und die Anzahl der Abender IP-Adressen von denen identische Mails ausgehen. Mittels dieser Information lässt sich so eXpurgate mit hoher SPAM-Erkennung und insbesondere niedrigen False-Positives gut auf das Problem der Botnetzwerke, von denen mitlerweile ein Groteil der SPAM-Mails ausgehen, reagieren.
Soweit so gut. Die Software gibt es in zwei Versionen. Einmal als eXpurgate.Inhouse und einmal als eXpurgate.ASP. Die Auszeichnung im Bereich Cloud Computing gibt es dabei offensichtlich für die ASP Variante. Wie der Name unschwer erkennen lässt gab es diese Lösung schon bevor Cloud Computing als Buzzword die IT Industrie überrannt hat.
Ohne, dass ich mich dagegen wehren könnte gehen in solchen Fällen bei mir natürlich alle Alarmglocken an und mein erster Gedanke ist immer: Cloud Washing (Die Unart auf alles und jedes Produkt das Cloud Label drauf zu bappen).
Für die ASP Lösung um die es hier geht kann dabei allerdings schon vorab größtenteils Entwarnung gegeben werden. Die komplette Bereitstellung und Wartung der Notwendigen Infrastruktur übernimmt der Anbieter und nutzt einen Pool an Servern für die ASP Kunden. Zahlen muss der Kunde pro schlagendem Herz. D.h. nur für die tatsächliche Anzahl an Mitarbeitern mit Email Adresse ungeachtet der Anzahl etwaiger Aliasse. 10 schlagende Herzen schlagen im Jahr mit 300 Euro zu buche. Das ist dabei das kleinste “Paket”. Hier muss man dann ehrlich sagen besteht in Sachen Cloud Computing noch Nachholbedarf beim Anbieter.
Denn worauf es beim Cloud Computing ankommt ist und bleibt die Tatsache, dass man nur für verbrauchte Leistung zahlt. Lange Vertragslaufzeiten und große Pakete erschweren dies nicht nur geringfügig. Gerade wenn pro Nutzer/Mitarbeiter abgerechnet wird wäre es schön wenn man auch in kurzen Zeitabständen auf die tätsächliche Veränderung an Mitarbeiterzahlen reagieren kann. Bei mindestens 10 Nutzern und einem Jahresvertrag ist dies nicht wirklich der Fall. Fairerweise muss man aber natürlich auch sagen, dass die Einheit so sinnvoll gewählt werden muss, dass sie ökonomisch sinnvoll abgerechnet werden kann. Ein weiterer wichtiger Punkt in Sachen Cloud Computing ist die Möglichkeit die Änderungen als Kunde selbst und automatisiert vornehmen zu können. D.h. ein Administratiosinterface und eine API sind Pflicht. Ein Administrationsinterface bietet eleven an, den Funktionsumfang kenne ich allerdings nicht. Ob auch eine API angeboten wird war der Webseite nicht innerhalb meiner beschränkten Aufmerksamkeitsspanne zu entnehmen. Genauso wie die Preise, für die ich anrufen musste.
Alles in allem also scheint eXpurgate.ASP auf einem guten Weg zu sein ein echtes Cloud Computing Angebot zu werden. Hoffentlich spornt der Gewinn des eco Awards im Bereich Cloud Computing dazu an nochmal nachzubessern, so dass es möglich ist flexibel auf die Veränderungen der Mitarbeiter zu reagieren. Monatliche Abrechnung pro Nutzer oder schlagendem Herz wie eleven es so passend bezeichnet würden sich meiner Meinung nach anbieten. Mindestvertragslaufzeiten und Pakete sind ein Relikt aus der IT-Steinzeit an dass sich viele IT-Dinosaurier erst noch gewöhnen müssen. Hoffentlich liest jemand bei eleven mit.


Yep, dem kann ich nur zustimmen. Aber diese Haltung wird bei Anbietern immer latent bestehen bleiben: Hat man einen Kunden, dann möchte man auch Planungssicherheit haben. Und die erreicht man halt am besten über Vertragslaufzeiten oder eine “Basisabgabe” – die beide auch aus meiner Sicht nicht mit dem Ansatz des Cloud Computing korrelieren.
Aber gerade für kleine Unternehmen wohl wahrscheinlich überlebensnotwendig.
Naja, wenn die Eleven mal Meister geworden sind (mit entsprechender Kundenzahl) gehen Sie vielleicht tatsächlich zu pay as you use über.
Gruß
Martin Reti