Als Dienstleister hat man ein Problem, die eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen stehen im Hintergrund. Dieses Problem hat man in jeder Branche, gelöst wird es meistens durch ein Portfolio, Referenzen und Kundenstimmen.
Gerade im Bereich Infrastructure as a service und Platform as a service steht man als Anbieter ebenfalls im Hintergrund. Kundenprojekte betrieben auf der bereitgestellten Hardware oder Plattform stehen im Vordergrund, die dahinter liegende Technik bleibt aber oftmals ja, im Hintergrund. Wie jedes Unternehmen stehen aber natürlich auch der Iaas oder Paas Anbieter vor der Notwendigkeit das eigene Angebot bekannter zu machen.
Was liegt da also näher, als die auf dem eigenen Produkt bzw. der eigenen Dienstleistung basierten Dienste vorzustellen und damit als Referenz zu nennen. Gerade im Bereich Cloud Hosting wird der Gedanke weg von altbekannten Hostinglösungen zu einer nicht wirklich einfach zu verstehenden Wolke mit einigen Bedenken verbunden sein. Die Tatsache, dass die Lösung bereits schon von anderen Projekten und Unternehmen genutzt wird kann da bei der Entscheidung helfen. Man kann u.U. die Dienste einfach mal ausprobieren und sich davon überzeugen, dass die Lösung wirklich einfach funktioniert. Oder man kann vielleicht auch das ein odere andere Unternehmen mal ansprechen und sich über Erfahrungen austauschen.
Dieses Vorgehen hat für beide beteiligten, den Dienstleister und das Projekt bzw. Unternehmen nur Vorteile. Umso verwunderlicher finde ich, dass bis auf Amazon niemand so wirklich gebrauch hiervon macht. Auf dem AWS-Blog werden in relativ regelmässigen Abständen neue Angebote vorgestellt oder Neuerungen bekannt gegeben, die in irgendeiner Form einen oder mehrere der Amazon Web Services nutzen.
Gerade der andere Gigant im Bereich Hosting von Webanwendungen in der Wolke, kurz Cloud Hosting, Google scheint dies noch nicht für sich entdeckt zu haben. Hat man hier Bedenken seine Unabhängigkeit zu verlieren und damit das Vertrauen in die eigene Suchmaschine zu schwächen oder hat man einfach keine Projekte die repräsentativ genug sind auf der Google App Engine laufen?
Letzteres kann ich mir nicht wirklich vorstellen, aber so ganz sicher bin ich mir nicht. Der Google App Engine Blog schweigt sich zu diesem Thema jedenfalls aus. Zwar gibt es die Applications Gallery, die auch eine gute Idee ist aber trotzdem nicht das selbe. Hier fehlt einfach die Bewertung, die eine Erwähnung eines Dienstes durch den Betreiber der Platform beinhaltet. Gerade wenn dies von Internetriesen wie Google oder Amazon kommt. Vielleicht ist es wirklich gerade dieser Punkt der Google abhält um die Unabhängigkeit nicht zu untergraben. Ob dies nicht ohnehin schon geschehen ist, indem Google immer mehr in Richtung Inhalteanbieter expandiert, sei jetzt mal dahingestellt.
