Cloud Hosting: Was ist das eigentlich und wie unterscheidet es sich von den Alternativen?
Man kann schnell den Überblick verlieren bei der Vielzahl an Begriffen. Das steht ausser Frage. Es wird aber auch nicht einfacher, wenn man den Marketingversprechen verschiedenster Anbieter vertraut, denn dann bekommt man teilweise komplett gegensätzliche Lösungen als Cloud Hosting angeboten.
Aus diesem Grund habe ich beschlossen hier mal meine Gedanken zu einer Cloud Hosting Plattform aufzuschreiben. Also was muss die Plattform bieten um in meinen Augen Cloud Hosting zu sein. Aber Achtung, selbstverständlich handelt es sich hierbei um meine Meinung, die man teilen kann oder nicht. Ich freue mich immer über Kommentare zum Thema.
Was ist Cloud Hosting?
Eine Hostinglösung muss meiner Meinung nach drei Grundvorraussetzungen erfüllen um sich Cloud Hosting nennen zu dürfen.
- Sie muss Ausfallsicher sein.
- Sie muss die Möglichkeit bieten lastabhängig zu skalieren. Sowohl nach oben, als auch nach unten.
- Sie muss Abrechnung nach tatsächlich verbrauchter Rechenleistung bieten.
Unter Ausfallsicher verstehe ich dabei zumindest, dass es keinen single point of failure gibt. Die Lösung muss so ausgelegt sein, dass ein Ausfall einzelner Komponenten meine Erreichbarkeit nicht beeinflusst. Gleichzeitig muss sie mir die Möglichkeit bieten immer genug Ressourcen zur Verfügung zu haben um auch unerwartete Lastspitzen abzufangen. Gleichzeitig aber ohne, dass ich dauerhaft für das Vorhalten dieser Leistungsreserven zahlen muss.
Das ist aber noch nicht alles. Nach diesen drei Punkten wären auch Angebote wie Amazon EC2 Cloud Hosting. Sind sie aber in meinen Augen nicht. Cloud Hosting muss mir darüber hinaus auch jegliche Administration abnehmen. Das ist bei Amazon EC2 nicht der Fall. Ich möchte als Cloud Hosting Kunde lediglich meine Anwendung hochladen müssen und dann online sein.
Cloud Hosting ist also grundsätzlich vergleichbar mit shared- und managed Hosting. Nur eben plus Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit und ohne die unbezwingbaren Administrationsinterfaces und dem steinzeitlichen FTP-Upload. Versionskontrolle, nur Änderungen übertragen und automatischer Rollback? Fehlanzeige bei aktuellen Hostinglösungen. Auch hier muss ein Anbieter sich ins Zeug legen, wenn er sich Cloud Hoster nennen will. Jedenfalls nach meinen Maßstäben.
Mal ehrlich, Lastspitzen sind doch total unwahrscheinlich.
Und wenn man sie hat, hat man auch das Geld sich “richtiges” Hosting zu kaufen. Diese Einstellung hört man hin und wieder und ich kann nur mit aller Entschiedenheit widersprechen.
Durch Seiten wie den Facebook Newsfeed, Friendfeed oder Twitter können sich auch kleine Blogs großen Trafficspitzen ausgesetzt sehen. Durch die Vernetzung innerhalb der sozialen Netzwerke und z.B. der Retweet-Funktion auf Twitter kann sich ein einzelner Link exponentiell verbreiten. Waren bisher nur Seiten wie Heise, Slashdot oder Techcrunch berüchtigt kleine Seiten innerhalb weniger Minuten durch eine einfache Verlinkung offline zu nehmen, so ist die Gefahr, dass dies geschieht durch die Veränderung wie sich Nachrichten im Internet verbreiten radikal gestiegen.
Je nachdem wie ambitioniert man sein Projekt oder Blog betreibt hat man dann einerseits zein Ziel, die Aufmerksamkeit Vieler, erreicht und gleichzeitig aber auch direkt wieder verloren. Offline nützen einem die schönsten Informationen, Angebote und Dienste rein garnichts.
Man mag natürlich für sich selbst entscheiden, so wichtig ist mir das nicht. Aber, zumindest ich für meinen Teil, lege Wert darauf wenn sich jemand für meine Meinung interessiert, dass diese dann auch für ihn erreichbar ist. Sonst bräuchte ich mir die Mühe diese hier aufzuschreiben nicht machen. Deshalb halte ich Lastspitzen und Ausfallsicherheit, die ja in dieser Hinsicht gewissermaßen Hand in Hand gehen, auch für Blogs und private Projekte für unverzichtbar.
Wir brauchen Cloud Hosting!
Bildquelle: cc by sa Rob Shenk








Hi,
kennst Du schon Anbieter, die das ermöglichen?
Grüße,
Nikolai
Hallo Nikolai,
entschuldige die späte Antwort. Es gibt mitlerweile ein paar solcher Anbieter in den USA. In Deutschland ist mir noch keiner bekannt, da soll aber wohl was kommen, wie ich aus zuverlässiger Quelle weiss.
Die nächsten Ländern in denen Anbieter mit ähnlichen Produkten auf dem Markt sind, sind England und Spanien.
@Philipp:
Ich bin überzeugt das die Wolke sinnvoll ist aber
genau der Punkt, das in Deutschland da nichts existiert, hindert mich daran.
Ich möchte einfach nicht meine Website und deren Kundendaten auf einen ausländischen Server legen…
Meine Bitte:
sobald da was aus den Quellen sickern (darf) -> schreib’s!
Hallo Francois,
Sobald wir handfeste Informationen rausgeben können stehts natürlich hier im Blog. Seid heute kommunizieren wir erstmals auf “Sparflamme”. http://www.cloudcontrol.de
Wir sind momentan in Gesprächen mit potentiellen Investoren und versuchen bis Ende des Jahres ausgewählten Entwicklern Testaccounts zur Verfügung zu stellen. Wer an soetwas Interesse hat kann sich gerne per Mail an mich wenden.
VG
Philipp
Hallo Philipp,
gute Idee und ich hoffe ihr habt Erfolg bei der Investor-Suche.
Ist leider in den aktuellen Zeiten nicht so leicht…
Ach ja, wir folgen euch auf twitter und
ich les das Blog ja auch regelmäßig
PS. Werdet Ihr euch erst mal für eine Entwicklungssprache entscheiden oder ist das offen? (Ich würd mich über PHP freuen…)
Hallo Francois,
vielen Dank.
Wir wollen PHP, Java, Python und Ruby on Rails unterstützen. Es ist noch nicht ganz sicher ob alles direkt vom Start weg, oder nach und nach. Aber PHP wird sicher dabei sein.
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Ein Artikel von Philipp Strube
Philipp Strube ist Gründer und Geschäftsführer von cloudControl. cloudControl entwickelt eine hochverfügbare und skalierbare Cloud Hosting Lösung für moderne Webapplikationen.
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