Nein das ist kein Scherz und ja, heute ist der 24. Juni und nicht der erste April. Sencha bis vor kurzem noch unter dem Namen ExtJS bekannt hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 14 Millionen US Dollar unter der Leitung von Sequoia Capital geschlossen. Produkt im Fokus ist das für iOS und Android optimierte HTML5/Javascript Framework Sencha Touch.

Sencha Touch ermöglicht es Entwicklern für diese beiden weit verbreiteten Smartphone-Plattformen Anwendungen zu entwickeln, die sich automatisch nativ anfühlen, trotzdem aber nur einmal entwickelt werden müssen. Eine einmal dafür entwickelte Anwendung ist also ohne Aufwand auf beiden Plattformen lauffähig und es ist zu erwarten, dass auch neue Vertreter wie MeeGo oder Blackberry nach dem Umstieg auf einen Webkit basierten Browser z.B. in Zukunft unterstützt werden.
Das ganze ist der einzig logische Schritt in meinen Augen. Der von Apple und dem iPhone ausgelöste Hype um die Apps ist und war von Anfang an ein Schritt in die falsche Richtung. Mit einem Framework wie Sencha Touch hingegen werden Apps für die Smartphones nicht installiert, sondern im Prinzip wie eine Webseite von einem Server ausgeliefert. Mit sinnvollem Einsatz der neuen HTML5 Features ohne das typische Webseiten-Gefühl durch Ladezeiten etc. und mit nativem Look&Feel angepasst an das Smartphone des Nutzers. Zentraler Datenspeicher beim Anbieter, ausfall-, diebstahl- und Toilettenfall sicher und lokales Caching für die Performance. Das beste aus beiden Welten. Das Konzept überzeugt mich schon seit langem.
Der Vorteil des einmal entwickeln, läuft überall (der noch zu Beweisen ist) wird für viele Entwickler ein entscheidendes Kriterium sein. Der Aufwand für die Entwicklung auf unterschiedlichen Plattformen ist hoch. Das Risiko durch völlig willkührliche Aufnahmekriterien im schlimmsten Fall umsonst entwickelt zu haben tut sein übriges und man muss kein Hellseher sein um die Entscheidung vieler Entwickler vorhersehen zu können. Es muss ja nicht zwingend das Sencha Framework sein. Alternativen schaden ja bekanntlich nicht, weil Konkurrenz Innovation fördert. Und mir würden spontan 14 Millionen Gründe in kleinen grünen Scheinen einfallen, die die Alternativenentwicklung sicher antreiben werden.
