Auf heise Developer ist ein Artikel erschienen der sehr ausführlich in die Arbeit mit CouchDB einführt.
Dabei wird sowohl einleitend auf die Unterschiede der sogenannten NoSQL Datenbanken im Vergleich mit den relationalen Vertretern der Datenbankwelt eingegangen, als auch die Einrichtung und die ersten Schritte mit CouchDB erklärt.
Besonders gut gefällt mir dabei das Fazit des Autors Rudolf Jansen. Denn er vertritt dort die Ansicht, dass NoSQL Datenbanken gar nicht antreten um relationale Datenbanken zu verdrängen. Viel mehr sollte man die beiden Optionen als Ergänzungen nebeneinander verstehen und je nach Einsatzzweck auf die Stärken des einen oder anderen Systems zurückgreifen.
Vor dem Hintergrund, dass die meisten NoSQL Systeme noch relativ jung sind, bleibt natürlich die Unsicherheit, ob denn die gewählte Datenbank auch in einigen Monaten oder Jahren noch existieren wird. Zwar sind die meisten Open Source, aber die wenigsten Webentwickler werden ein Interesse daran haben, nebenher mehrere 10.000 Zeilen Datenbankquelltext pflegen zu müssen.
CouchDB scheint allerdings hier durchaus brauchbar aufgestellt zu sein. Das System existiert immerhin schon seit 2005 und die dahinter stehende Firma Relax Inc. ist mitlerweile mit einer durchaus beruhigenden Summe Risikokapital (2 Millionen US-Dollar) ausgestattet.

Bei Peritor setzen wir CouchDB an unseren eigenen und in Kundenprojekten mittlerweile erfolgreich ein, und ich kann jedem nur empfehlen, mal einen Blick drauf zu werfen, im übrigen auch auf die spirituellen Alternativen wie MongoDB, Riak und auch Tools wie Redis. Es macht auch SInn wenn man an Projekten arbeitet, die bereits z.B. MySQL oder eine andere relationale Datenbank einsetzen, da man z.B. Redis oder MongoDB als sehr performante Alternative für ein bestimmtes Subset von Daten einsetzen kann, z.B. Logs, Statistiken, Worker-Queue, etc. Ein solches Setup macht durchaus Sinn, weil man unnötige Last und Daten von der Hauptdatenbank fernhält.
Was finanzielles Backing angeht, viele der existierenden Tools, z.B. CouchDB, MongoDB und Riak sind durch Finanzierung gestützt. Eine Marktkonsolidierung ist beizeiten unausweichlich, aber andererseits ist das schöne dass es so viele Tools gibt, die sie unterschiedliche Einsatzszenarien abdecken im Gegensatz zum One-Size-Fits-All relationaler Datenbanken.
Ich denke Du liegst mit Deiner Einschätzung keinesfalls falsch, allerdings darf man auch nicht vergessen, dass Menschen häufig eher das einsetzen was sie kennen. Entwickler kennen die One-Size-Fits-All relationalen DBs und bei großer Auswahl im NoSQL Lager fällt die Wahl dann mitunter etwas langwieriger aus. Was wohl dazu führen wird, dass viele aus Bequemlichkeit einfach weiter auf MySQL setzen und die Alternativen garnicht mehr prüfen.
Ich denke, im Endeffekt würde das Problem mit weniger Auswahl im NoSQL Lager kleiner werden. Durch die junge Entwicklung gibt es noch viele unterschiedliche Ansätze aber ich bin mit Dir einer Meinung, dass eine Konsolidierung stattfinden wird/muss. Dadurch wird dann auch die Akzeptanz nochmal weiter steigen.